Johannes von Oben

Schulkultur

"Ein Verständnis der Individualität bedeutet, dass wir unseren Blick auf die Menschen erweitern müssen, dass wir lernen müssen den Menschen mit seinem gesamten Umkreis, mit seinen Begabungen, mit denen er in das Leben hineingeboren wurde, mit den Entwicklungsaufgaben, die ihm gestellt sind, zu sehen. Eine Pädagogik, die versucht, auf das Individuum, auf den sich entwickelnden Menschen zu blicken, ist eine Pädagogik des Lernens und der Begegnungskultur. Die heutige Erziehungsaufgabe besteht darin, aus dem Gewordenen Zukünftiges zu erarbeiten und ohne vorgefasste Anschauung,ohne ausgemachte Absichten, ihre Ziele und ihre Erziehungsmittel aus der konkreten Menschenbegegnung immer neu zu entwickeln." (Hartwig Schiller, Die kindliche Individualität und ihr Lebensumkreis, in: Erziehungskunst 9/1997, S. 882)

Um bei Kindern und Jugendlichen mit sonderpädagogischem Förderbedarf das Interesse an der Welt zu wecken  zu ihren sozialen, lebenspraktischen, künstlerischen und kognitiven Fähigkeiten zu fördern, sollten Kinder so oft wie möglich immer Teil des Ganzen - dem Klassenverband - bleiben. Besondere Fähigkeiten und Begabungen sollten individuell gefördert, Schwächen  berücksichtigt und mit integrativem Ansatz behandelt werden.