Johannes von Oben

1. Wie sind die Johannesschulen entstanden?

Die 1999 gegründete Schule ist das einzige Sonderpädagogische Bildungs- und Beratungszentrum der Region, das nach der Waldorfpädagogik von Rudolf Steiner arbeitet.. „Uns geht es vor allem um die individuelle Förderung des Kindes“, erklärt Christa Spannheimer. Die Kleinklassen von maximal 15 Schülern werden in einzelnen Fächern nochmals in kleine Gruppen unterteilt, schließlich braucht ein Kind mit einer Lese-/Schreibschwäche anderen Unterricht wie etwa ein Autist. „Wir arbeiten mit einer Mischung aus dem staatlichen Förderschullehrplan Baden-Württembergs und dem Waldorflehrplan, diese Mischung ist staatlich genehmigt.“
 

2. Welche Kinder werden in den Johannesschulen aufgenommen?

Grundsätzlich kann jedes Kind und jeder Jugendliche mit festgestelltem sonderpädagogischen Förderbedarf aufgenommen werden. Qualifizierte Pädagogen entscheiden, ob die Schule in dem in Frage kommenden Klassenverband einem Kindoder Jugendlichen personell und ausstattungsmäßig gerecht werden kann
Wir haben derzeit 33 Kinder in der Förderschule von Klasse 1-9, in der Schule für geistig Behinderte sind in diesem Schuljahr 49 Schüler. Unsere Schüler kommen aus dem Zabergäu, ein paar aus dem Schulamtsbezirk Ludwigsburg und die meisten aus dem Stadt-und Landkreis Heilbronn.
Bei uns sind Kinder mit Downsyndrom, Autismus, Körperbehinderungen, Kinder aus Hartz-IV-Familien und Jugendliche mit schweren Traumata.
 

3. Worin unterscheiden sich eigentlich Waldorfschulen von anderen Schulen?

Das Curriculum unserer Schulen beruht auf der Waldorfpädagogik, wie sie 1919 von Rudolf Steiner gegründet wurde und seitdem weltweit in über 440 Waldorf- und 170 heilpädagogischen Schulen umgesetzt und fortentwickelt wurde.
Die einzelnen Unterrichtsepochen im zweistündigen morgendlichen Epochenunterricht sollen das Kind allmählich mit der Kulturentwicklung und den Erfordernissen der heutigen Zivilisation verbinden. Sie sind ganzheitlich angelegt. Schreiben, Lesen und Rechnen als Kulturtechniken werden dagegen fortlaufen geübt.
Da die Kinder nicht mit Schulbüchern arbeiten, wird hier das Epochenheft geführt.
Theoretische, künstlerische und praktische Unterrichtstätigkeiten werden nach Möglichkeit so kombiniert, dass ein Wechsel von ruhiger Betrachtung, Verarbeitung von Gelernten, schöpferischer Tätigkeit und Bewegungsaktivität gegeben ist.
 

4. Wie entsteht eine Schulgemeinschaft?

Die gesamte Schulgemeinschaft trifft sich zu regelmäßigen Vorhaben, zum Beispiel im Montagskreis, bei dem mit Singen und Musizieren die Woche begonnen wird und die Geburtstagskinder gefeiert werden. In den Veranstaltungen "Schule auf der Bühne" zeigen die Klassen Ausschnitte aus dem Unterricht oder einen künstlerischen Beitrag aus der Eurythmie. Wir feiern das Michaeli-und Johannifest.
 

5. Wie werden die Eltern eingebunden?

Vor allem in unserer Anbauphase werden die  Eltern beteiligt sein.
Es gibt natürlich auch regelmäßig stattfindende Elternabende. Sowohl die Pädagogik allgemein als auch die Entwicklung der Kinder soll dabei für alle Seiten transparent gemacht werden.
Seit einem Jahr haben wir einen Eltern-Lehrer-Rat.
Dieser Rat ist kein Beschlussorgan, kann aber Initiativen in die Schule hineintragen und Beschlüsse vorbereiten. Er dient der Kommunikation und der Offenlegung der Prozesse an der Schule.
 

6. Wie finanziert sich die Johannesschule?

"Allein mit der Bezuschussung durch das Ministerium ist der Unterricht nicht zu finanzieren," erläutert die ehemalige Geschäftsführerin Susanne Oberländer. Deshalb wird für jede Familie ein Schulgeld fällig, auch sonst seien die Eltern sehr engagiert. „Sie haben zum Beispiel einen Sponsorenkreis gegründet und über den Verkauf eines extra angefertigten Kalenders Geld für einen Schulneubau gesammelt.“