G-Schule

Die Berufsschulstufe

Die Berufsschulstufe umfasst die zehnte, elfte und zwölfte Klasse im Förderschwerpunkt geistige Entwicklung. Sie ist stark auf die Förderung praktischer Fähigkeiten und der für die berufliche Zukunft wichtigen Schlüsselqualifikationen ausgerichtet und hat das Ziel, mit Schülern und Eltern gemeinsam das richtige Arbeitsumfeld zu finden. Auftrag der Berufsschulstufe ist, die jungen Menschen auf ein sinnerfülltes, so weit wie möglich selbstständiges Leben vorzubereiten.

 

 Die Lernbereiche der Berufsschulstufe

 

Unser Konzept ermöglicht es, die Lerninhalte auf die jeweilige Klasse anzupassen und in einer ausgewogenen Weise anzubieten. Dem Alter der Schüler angemessen, kommt jedoch dem Lernbereich Arbeit ein großes Gewicht zu.

 

1.       Lernbereich Arbeit

Zu diesem berufsvorbereitenden Bereich gehört der Hauswirtschaftsunterricht an der Schule. Im Gegensatz zum Hauswirtschaftsunterricht in der Oberstufe nimmt er zeitlich deutlich mehr Raum ein, so dass zusätzlich zum Kochen des Mittagessens das Einkaufen, aber auch Aufgaben wie das Wäsche legen und bügeln deutlich intensiver geübt werden können. Darüber hinaus gibt es einen Catering-Service, bei dem Mitarbeiter der Schule und Eltern süße und salzige Kuchen bestellen können, die dann von den Schülern der Berufsschulstufe gebacken werden.

Mit den vom Lehrer begleiteten Gruppenpraktika verlassen die Schüler den Schonraum Schule und erproben und erweitern ihr Können in realen Arbeitszusammenhängen. Diese mehrwöchigen Praktika finden an zwei Tagen in der Woche in geeigneten und bewährten Betrieben statt. Im Moment kooperieren wir in diesem Bereich mit dem Web-Atelier Frank, ebenso wie mit der Spielberger Mühle, beide in Brackenheim.

Schüler, die die Eignung dafür haben, können Einzelpraktika machen, die nur zurückhaltend pädagogisch betreut werden. Sie gehen alleine zur Arbeitsstelle und müssen auch die Anfahrt selbst bewältigen. In der Wahl der Betriebe werden die Fähigkeiten und die Vorlieben des Schülers berücksichtigt.  Der Umfang der Praktika wird individuell gehandhabt.

Wichtig für die Schüler ist auch, in Kontakt zu der Werkstatt für Menschen mit Behinderung zu kommen. Einmal im Jahr findet ein Gruppenpraktikum in der WfbM statt.

 

2.       Lernbereiche Weltwissen, Allgemeinbildung, Kunst und Bewegung

Wie der Schüler sein zukünftiges Leben gestalten kann, hängt auch von der Einsicht ab, die er in unser kompliziert gewordenes gesellschaftliches Umfeld haben kann. Der Klassenlehrer entnimmt die Lerninhalte vorwiegend dem Waldorflehrplan, er bereitet sie den Lernvoraussetzungen unserer Schüler entsprechend auf.

Die Bewegungsfächer Eurythmie und Sport fördern Lebensfreude und Gesundheit.

Künstlerische Fächer wie Malen, Musik ergänzen die ganzheitliche Förderung und stärken die persönliche Ausdrucksfähigkeit.

 

3.       Lernbereich Lebensbewältigung, Wohnen und Freizeitgestaltung

Ein Hauptziel in der Berufsschulstufe ist das Erreichen einer größtmöglichen Selbstständigkeit. Dies wird, neben dem alltäglichen Unterricht, verstärkt im Hauswirtschaftsunterricht oder auch dem jährlich stattfindenden Schullandheim geübt.

Zusätzlich dazu gehen die Schüler einmal im Jahr für 4 Tage in ein Wohnpraktikum. D.h., sie üben in einer ausgelagerten Wohnung, gemeinsam mit einem Lehrer, das selbstständige Wohnen.

 

4.       Lernbereich Kulturtechniken

In Stillarbeits- und Übstunden werden die Fertigkeiten Lesen, Schreiben und Rechnen geübt und gefestigt und - wenn möglich – noch weiterentwickelt.

 

Die Lernsituation

Das Lernen in der Berufsschulstufe findet in einem kleinen, festen Klassenverband mit ca. 6 Schülern statt. Eine klare Tages- und Wochenstruktur unterstützt den Entwicklungsprozess. Ein kleines, überschaubares Klassenkollegium bietet differenzierte Lernangebote, die ergänzt werden durch individuelle Förderstunden.

 

Berufswegeplanung

Die Erfahrungen, die die Schüler im differenzierten Berufsfindungsprozess machen, fließen zusammen in den für jeden Schüler gesondert stattfindenden Berufswegekonferenzen im 11. und 12. Schuljahr. Hier sitzen der Schüler, seine Eltern und die Lehrer mit den kompetenten Netzwerkpartnern wie der Agentur für Arbeit, der Eingliederungshilfe, dem Integrationsfachdienst, den Vertretern der Werkstätten der Region und anderen beteiligten Einrichtungen zusammen, um eine dem Wunsch und den Möglichkeiten des jungen Menschen entsprechende berufliche Zukunft zu finden.

Am Ende der Schulzeit entlassen wir die jungen Menschen in eine – so weit wie möglich – gesicherte Zukunft.